125 Jahre Schützenverein in Haunstetten

125 Jahre Schützenverein in Haunstetten

Zur Geschichte der Vereinigten Schützengesellschaft Haunstetten
In Haunstetten gab es ursprünglich zwei Schützenvereine (von Karl Wahl, Mai 2013)

 kw_schuetzen_01Das „Wappen“ der vereinigten Schützengesellschaft 1888 e.V. Bild. Karl Wahl

Als im Jahre 1888 sechs Männer die Schützengesellschaft „Gemüthlichkeit“ gründeten, so diente dies satzungsgemäß „der Unterhaltung durch Scheibenschießen und geselligem Vergnügen“. Die Schützengesellschaft „Gemüthlichkeit“ übte den Schießsport beim „Oberen Wirt“ aus. Der damalige Wirt hieß Gambühler. Später wurde aus dem „oberen Wirt“ das Gasthaus „Zur Sonne“, dann der „Wiener Wald“ und dann das „Gasthaus und Hähnchenbraterei Haunstetter Hof.“

kw_schuetzen_02Das ehemalige Gasthaus zur Sonne, zuvor der „obere Wirt“. Es stand ehemals mitten auf der späteren Landsberger Straße. Damit die „Umgehungsstraße“, die Landsberger Straße, gebaut werden konnte, wurde die Wirtschaft abgebrochen und knapp westlich daneben neu erbaut. Bild: Sammlung Wahl
kw_schuetzen_03So sah der 1933 neu erbaute „Gasthof zur Sonne“ mit Fremdenzimmern aus. Die „Umgehungsstraße ist bereits fertig. Man beachte auch die Stromverteilung auf dem Gebäude. Bild. Sammlung Wahl

Es wurde berichtet:

„Sie schießen mit dem Zimmerstutzen und pflegen die „Unterhaltung durch Scheibenschießen.“

Zehn Jahr danach, im Januar 1898, wurde die Schützengesellschaft „Lechgebüsch“ gegründet. Sie hatte im Garten des ehemaligen Anwesens „Linde“ mit Landwirtschaft, Brauerei und Gasthaus in der Tattenbachstraße ihre Schießstätte.

kw_schuetzen_04Links die Brauerei und Wirtschaft, das spätere „Gasthaus zur Linde“. In der rechten Bildhälfte die 100jährige Linde und darunter der Biergarten und die „Schützenhalle“.
Bild: Sammlung Wahl
kw_schuetzen_05Das Gasthaus zur Linde, wie es bis 2004 an der Tattenbachstraße stand.
Bild: Sammlung Wahl

Die Schützen pflegten auch die „Unterhaltung durch Scheibenschießen.“ Mit dem Zimmerstutzen wurde der Schießsport ausgeübt. Die Entfernungen betrugen 10 und 15 Meter. Kreis-, Kranz-, Stern- und Rautenschießen waren die verschiedenen Übungen.

Aus einem Bericht vom 14. Juni 1901:

„Brauereibesitzer Tobias Steinmeyer hat im Hof einen großen, schattigen Garten, in welchem derselbe [der Wirt] eine schöne Sommerhalle neben der historischen 1000jährigen Linde errichten ließ. Die Gaststätte ist seit vielen Jahren [erst drei Jahre zuvor gegründet !] Vereinslokal des Schützenvereins >Lechgebüsch<. Der Schützenverein darf nach entsprechender Bitte die Halle auch zum Schießen benützen. Der Verein eröffnet sein Schießen am Sonntag, 23. Juni 1901 mit einem Festschießen“.

Darauf erhielt die Halle den Namen Schützenhalle. Sie stand auf der Südseite der Tattenbachstraße, gegenüber dem Brauhaus.“

In alten Ergebnislisten sind die Haunstetter Schützen der beiden Vereine über die Dorfgrenzen hinaus oft verzeichnet. Die ersten Vorstände der Schießgesellschaften waren Bernhard Schafhauser bei der „Gemüthlichkeit“ und Matthias Waigel beim „Lechgebüsch“.

Die Restauration „zur Linde“ (vormals Brauerei) mit ihrem großen und schattigen Garten gab am Sonntag, 29. Juni 1902 ein Gartenfest mit “Concert“. Der Schützenverein „Lechgebüsch“ veranstaltete dabei ein Preisschießen. Das Gastwirtsehepaar waren damals Tobias Steinmeyer mit Ehefrau Katharina.

Am 17. Mai 1903 veranstaltete die Zimmerstutzen-Schützengesellschaft „Gemüthlichkeit“ im Gasthaus zur Sonne ihre 15jährige Gründungsfeier.

Am 17. Januar 1906 wurde der Schützenvereins „Lechau Siebenbrunn“ gegründet.

Die örtlichen Vereine veranstalteten vor rund 100 Jahren keine Weihnachtsfeiern, sondern Christbaumfeiern, zumeist mit einer Verlosung. Die Schützengesellschaft „Gemüthlichkeit“ veranstaltete sogar am 29. Dezember 1907 noch eine Christbaumfeier mit Verlosung,

Nebenbei bemerkt:

Der Veteranen- und Kriegerverein Haunstetten gründete 1910 eine Schützenabteilung. Gründer war Michael Weishaupt. 23 Kameraden traten bei. 1922 bis 1925 war die Abteilung mit dem Schützenverein Haunstetten (?) zusammengeschlossen. Danach war die Abteilung wieder selbständig. Nach ein paar Jahren wurde ihr die Benützung des Militärschießplatzes an der verlängerten Krankenhausstraße verweigert.

11. Mai 1911, Prinzregentenfeier:

„Zum Allerhöchsten 90. Geburtstagsfeste Sr. Kgl. Hoheit des Prinz-Regenten Luitpold von Bayern: Freitag abend Zapfenstreich mit Musik und Tambours (hier: Trommler) unter Beteiligung mehrerer Lokalvereine und Fackelträger von Buben des TSV.

Samstag, 11. Mai 1911:

Feier für die Schuljugend im Schulhaus. Sonntag Tagreveille (militärischer Weckruf) und Böllerschüsse aus der Gemeindeeigenen Kanone. Festzüge zu den Kirchen (kath. und evang.): alle drei FFw*, freiw. Sanitätskolonne, Gemeindeverwaltung mit Bgm K. Seethaler und Sekretär P. Ziegler, Veteranen- und Kriegerverein, Sängergesellschaft Einigkeit, kath. Jugendbund, kath. Männerverein, Turnverein mit Zöglingen, Schützenvereine Lechgebüsch und Gemütlichkeit, beide mit Gewehren, Radfahrerclub, mit schön dekorierten Rädern. Alle Vereine mit Fahnen oder Standarten. Nach dem Festzug Frühschoppen im >Hirsch<“.

*Drei Freiwillige Feuerwehren in Haunstetten: FFw der Gemeinde, FFw der Spinnerei und Weberei Haunstetten sowie die FFw der Firma Martini.

Die Zimmerstutzen-Schützengesellschaft „Gemütlichkeit“ Haunstetten feierte am Sonntag, 29. Juni 1913 ihr 25jähriges Gründungsjubiläum.

Der Bürgerverein Haunstetten und die Schützengesellschaft Lechgebüsch gaben am 19. August 1914 bekannt, dass während des Krieges alle Rechte und Pflichten der Gesellschaften ruhen. (1. Weltkrieg).

Nebenbei bemerkt:

Die Veteranen- und Krieger-Schützen-Abteilung gab am 2. Dezember 1914 folgende Erklärung ab:

„Es diene der hiesigen Einwohnerschaft zur Kenntnis, daß die Gewehre beim Gottesdienst gefallener Krieger Eigentum der obigen Abteilung sind. Dieselben werden bei jedem Trauergottesdienst für gefallene Krieger ohne Ansuchen aufgestellt.
In Treue fest!

Der Schützenmeister.“

Aus der Haunstetter Zeitung vom 17. Juli 1919:

„Wie in fast allen Orten des Bezirksamtes, so soll auch hier eine Einwohnerwehr gegründet werden, deren Zweck darin besteht, unseren Ort gegen Diebstähle, Plünderungen und Aufruhr zu schützen. Die Einwohnerwehr soll sich aus allen Kreises der regierungstreuen Bevölkerung zusammensetzen.“

Die „Einwohnerwehr Haunstetten“ veranstaltete am Pfingstmontag 1920 (24. Mai) das Gau-Schießen der Einwohnerwehren des Wertach-Gaues. Früh um sechs Uhr war Abmarsch zum Militärschießplatz an der verlängerten Krankenhausstraße. Nachmittags um vier Uhr gab es ein Konzert im Gasthaus zur „Sonne“.

„Schon in den frühen Morgenstunden kamen Einwohnerwehren aus der ganzen Umgegend zu Fuß, mit Rad, mit der Bahn oder auf tannengeschmückten Leiterwagen. Das Preisschießen fand statt auf eine 24teilige Ringscheibe, Entfernung 150 Meter, Anschlag liegend freihändig. Außerdem kamen noch 3 Ehrenscheiben zum Austrag. Während des Schießens konzertierten Augsburger Militärmusiken.“

1922 schlossen sich die beiden Schützenvereine „Gemütlichkeit“ und „Lechgebüsch“ zur „Vereinigte Schützengesellschaft 1888“ zusammen. Die neue Gesellschaft hatte nur 26 Mitglieder und vier Ehrenmitglieder, weil der 1. Weltkrieg viele Opfer gekostet hatte. Die Schützen übten unter dem damaligen Schützenmeister Matthias Haas ihren Sport aus. Ab 1923 leitete Wilhelm Hockenberger den Verein, sein Nachfolger wurde Anton Laminit, der dem Verein bis Kriegsende vorstand (2. Weltkrieg).

Nebenbei bemerkt:
1926 hatte der Veteranen- und Kriegerverein Haunstetten eine „Krieger-Schützen-Abteilung und 83 „Schützenbrüder“.

kw_schuetzen_06Die Reste des Martini-Schießstandes südlich der ehemaligen Fabrik Martini und östlich neben dem Lochbach waren bis 2008 stehen geblieben. Bild: Karl Wahl

Zeitungsbericht vom 21. April 1928:

„Auf eigenem Grundstück, eingebettet zwischen dem Damm des Lochbachkanals im Westen und des Waldes im Osten, ließ Herr Kommerzienrat Martini einen der neuzeitlichen Schießplätze erbauen. […]. Der Schießplatz ist als Doppelstand ausgebaut und besitzt eine Schußlänge von 150 Metern. Betonarbeiten: Hosp und Kögel; Erdaushub und Wall­aufschüttungen: Krieger- und Veteranenverein Haunstetten; das Groß der anderen Arbeiten und der Inneneinrichtung: Werkstätten der Firma Martini. Der Schießstand wird den Schützenabteilungen des hiesigen Veteranen- und Kriegervereins von Kommerzienrat Martini zur Verfügung gestellt.

Der Veteranen- und Kriegerverein, Schützenabteilung Haunstetten, feierte am Sonntag, 3. Juni 1928 die Schießplatz-Eröffnung bei Martini. Der Verein zählte 78 aktive Schützen.

Bei der Generalüberholung und Sanierung des Lochbachs 2008 wurden die noch vorhandenen Betonteile des Schießplatzes abgebrochen. Nun erinnert nichts mehr daran.

Nebenbei bemerkt:
1926 wurde in Haunstetten eine „Schützenabteilung Reichsadler Schwarz-Rot-Gold“ gegründet. Am „Samstag, den 22. Juni abends 6 Uhr findet im Gasthaus zum „Jägerhaus“ das Gründungsschießen statt.“ (Das Jägerhaus war eine große Gaststätte an der heutigen Bürgermeister-Widmeier-Straße, direkt an der Straße. Dieses Gasthaus wurde im 2. Weltkrieg zerbombt. Das Jägerhaus 2013 war ehemals die Gartenschänke dazu. Der ehemalige Saal wurde nur wenig beschädigt, in ihm wurde noch 1945 das Kino „Atrium“ eingerichtet.

kw_schuetzen_07Das Gasthaus Jägerhaus an der Hauptstraße, später Bürgermeister-Widmeier-Straße, wurde im 2. Weltkrieg durch einen Bomben-Volltreffer völlig zerstört. Bild: Sammlung Wahl

Am 13. Juli 1929 veranstaltete die Schützenabteilung der Vereinigung „Reichsadler Schwarz-Rot-Gold“ um 19.30 Uhr im „Jägerhaus“ ihren ersten regulären Schießabend.

Der katholische Gesellenverein und der katholische Jugendverein „Deutsche Jugend Kraft“, gegründet 1929, hatten auch eine Schützenabteilung.

Am 4. August 1935 feierte die Schützenabteilung der Veteranen- und Kriegerkameradschaft ihr 25jähriges Gründungsjubiläum. Geschossen wurde auf dem Schießplatz der Firma Martini & Cie. Die Jahreshauptversammlung war der „Schützenappell“.

Der zwangsweise Übergang in der NAZI-Zeit von Schützenvereinen in vormilitärische und wehrsportliche Gruppierungen brachte das gewohnte Vereinsleben zum Erliegen.

1940 wurde die „Vereinigte Schützengesellschaft“ wegen des 2. Weltkriegs aufgelöst.

1945 wurde auf Anordnung der US-Militärregierung der Schützenverein „Lechau Siebenbrunn“ aufgelöst.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs verboten die Kontrollratsbestimmungen der Besatzungsmächte alle Waffen. Sämtliche Luftgewehre und Zimmerstutzen mussten abgegeben werden zur Vernichtung. Es wurden allerdings auch viele im Dachboden versteckt.

kw_schuetzen_08Die ehemalige Gaststätte „Zur Eisenbahn“ in der Siebentischstraße, seit der Eingemeindung Marconistraße, wurde 1990 abgebrochen. Bild: Sammlung Wahl

„Am Samstag, 13. Januar 1951, fand um 20 Uhr in der Gaststätte >Zur Eisenbahn< eine Versammlung statt, die den Zweck hatte, wieder einen Schützenverein ins Leben zu rufen.“ Damals verhalf Michael Salvamoser der Vereinigten Schützengesellschaft zu einem neuen Start. Der Schießbetrieb fand in der ehemaligen Gaststätte „Eisenbahn“ statt.

Am Samstag, 17. Februar 1951 um 20 Uhr fand in der Gastwirtschaft „Zur Eisenbahn“ das offizielle Eröffnungsschießen des neu gegründeten Schützenvereins mit dem neuen Namen „Gut Glück“ statt. Beim Eröffnungsschießen kam es zu 40 Neuaufnahmen.

Nebenbei bemerkt:

Die Gastwirtschaft „Eisenbahn“ stand an der damaligen „Siebentischstraße“ Nr. 9, seit der Eingemeindung „Marconistraße“. Eigentümer war die Spinnerei und Weberei Haunstetten. Über der Gaststätte wohnten die Meister der Spinn- und Weberei. Der Name „Eisenbahn“ deshalb, weil bis zur Erbauung der Straßenbahnlinie nach Haunstetten die Personen mit der Lokalbahn befördert wurden und hinter der Wirtschaft die Haltestelle „Spinnerei und Weberei“ lag.

Die Wirtschaft war letztmalig geöffnet an Silvester 1989. Die Stammgäste durften die restlich vorhandenen Getränke kostenlos vertrinken. Der Wirtschaftsbetrieb war dann ab Neujahr 1990 eingestellt. Das Gebäude wurde bald darauf abgebrochen.

Zeitungsnotiz vom 20. April 1951:

“Nachdem am 10. April [1951] im Turnerheim eine weitere Sitzung der Vorstände der Haunstetter Vereine stattgefunden hat und der Gesangverein „Einigkeit“ sowie der Schützenverein ihre Mitwirkung zusagten, sind nahezu alle Haunstetter Vereine an der Ausgestaltung der Maifeier beteiligt. Es wurde allerseits begrüßt, daß sich die Haunstetter Vereine zu einer gemeinsamen Veranstaltung zusammengefunden haben.“

Der Schützenverein „Gut Glück“ hatte bald auch eine Jungschützenabteilung. Am Samstag, 26. Mai 1951, fand deren erster Übungsabend statt.

Zeitungsnotiz vom 16. November 1951:

„… ist Haunstetten vom Bayerischen Sportschützenbund München als Sitz des bisher noch offenen Sportschützengaues Augsburg-Stadt und -Land ausersehen worden. […]. Des weiteren ist Haunstetten damit erstmalig Sitz eines Vereins-gaues geworden.“ Am Sonntag, 11.11.1951, war eine Versammlung von 25 Schützenvereinen des Landkreises in der Wirtschaft Eisenbahn.

Zeitungsnotiz vom 22. August 1952:

„Der […] Schützenverein »Gut Glück« […] eine der modernsten Schießanlagen mit 4 Ständen sein eigen zu nennen, die in den nächsten Tagen ihrer Bestimmung übergeben wird.“

Am 18. April 1953 wurde der Schützenverein „Lechau Siebenbrunn“ in der ehemaligen Siebenbrunner Gaststätte „Zu den sieben Brunnen“ im ehemaligen Siebenbrunner „Unterdorf“ wieder gegründet. Er war 1945 auf Anordnung der US-Militärregierung aufgelöst worden. Die Gaststätte war anschließend auch das Vereinslokal. Es waren drei Schießstände vorhanden.

1953 wurde vom Schützenverein „Gut Glück“ der frühere Namen wieder angenommen. Der offizielle Name war nun „Vereinigte Schützengesellschaft Haunstetten e.V.“

kw_schuetzen_09Die „Restauration zum Prinz Leopold“ gegenüber dem alten Friedhof, seit 2011 „Art-Hotel ANA“. Bild: Sammlung Wahl

1958 zog die vereinigte Schützengesellschaft in die Gaststätte „Prinz Leopold“ an der Bürgermeister-Widmeier-Straße um. Mit Zustimmung der Wirtin, Maria Wüst, wurde in Eigenleistung die Kegelbahn abgebrochen und ein fünf Meter breiter Schießstand mit sechs Ständen errichtet sowie ein gemütliches Vereinszimmer geschaffen.

Die sechs Schießstände konnten an die Wand zurückgeschoben werden, damit der Raum auch für andere Gelegenheiten genutzt werden konnte. Die Schützen hatten nach dem Abbruch der Kegelbahn die Räumlichkeit in Eigenleistung generalüberholt und gediegen hergerichtet. Unter den Mitgliedern waren ja Handwerker wie z.B. Fliesenleger und Maler. Die Materialkosten hatte zum größten Teil die Wirtin Maria Wüst übernommen. Die „alten“ Schützen sagen im Jubiläumsjahr noch, dass die Wirtin wie eine Mutter zum Verein gewesen sei.

kw_schuetzen_10Die „Mutter“ der Schützen, Maria Wüst. Sie war die Wirtin im Prinz Leopold. Bild: Sammlung Wahl

Nach dem Tod von Maria Wüst vermietete ihr Schwiegersohn die Räumlichkeit immer öfter für Hochzeiten, Klassentreffen, Beerdigungen, Weihnachtsfeiern, große runde Geburtstage und andere größere Veranstaltungen, so dass den Schützen ein geregelter Schießbetrieb gar nicht mehr möglich war.

Daraufhin kam bei den Schützen der Wunsch auf, ein eigenes Heim zu erbauen. Sie frugen 1978 bei der Stadt Augsburg nach einem entsprechenden Grundstück und nach finanzieller Förderung nach. Ihnen wurde beschieden, sie sollten sich mit einem anderen Schützenverein zusammentun, dann könnten sie mit einer Förderung rechnen. Sie entschieden sich dafür, mit dem Schützenverein „Lechau Siebenbrunn“ gemeinsam ein Schützenheim zu errichten.

Nebenbei bemerkt:

Die ehemalige Gaststätte „Prinz Leopold“, gegenüber dem Alten Friedhof, ist seit 2011 das „Art-Hotel ANA.

Georg Rampp von der vereinigten Schützengesellschaft wurde 1959 Gauschützenkönig.

Nebenbei bemerkt:

1960 wurde ein weiterer Schützenverein in Haunstetten gegründet, die „Thomasschützen“.

Die Vereinigte Schützengesellschaft feierte vom 18. bis 26. Mai 1963 ihr 75jähriges Bestehen mit einem Festzug und mit dem zehnten Gauschießen.

Am 19. Mai 1963 ließ die Vereinigte Schützengesellschaft im Hof der Eichendorffschule ihre neue Standarte weihen.

Zur Gründung der ARGE Haunstetten am 25. Januar 1965 waren 36 Vereine eingeladen. An der Sitzung nahmen nur acht daran teil, und zwar die Schützengesellschaft, der AMC, die Faschingsgesellschaft Haunarria, der TSV Haunstetten, der FCH, die Naturfreunde, der Heimat- und Volkstrachtenverein und die Sanitätskolonne des BRK in Haunstetten.

Am 12. September 1981 wurde der erste Spatenstich zum Bau eines Schützenheims der Vereinigten Schützengesellschaft Haunstetten in Siebenbrunn getan.

Am 17. Oktober 1981 war die Grundsteinlegung für das Schützenheim durch den damaligen Oberbürgermeister von Augsburg, Hans Breuer.

Am 14. August 1982 wurde Hebauf (Richtfest) für das Schützenheim gefeiert.

kw_schuetzen_11Das Schützenheim in Siebenbrunn. Erbaut von der Vereinigten Schützengesellschaft und vom Schützenverein Lechau Siebenbrunn. Bild: Sammlung Wahl

Im März 1983 wurde das Schützenheim in Siebenbrunn eingeweiht. Sportlicher und gesellschaftlicher Mittelpunkt der Schützen ist seitdem dieses Schützenheim im Stadtteil Siebenbrunn.

Die „Vereinigte Schützengesellschaft“ Haunstetten und der Schützenverein „Lechau-Siebenbrunn“ feierten im September 1983 die Einweihung und Eröffnung ihres neuen Schützenheimes in Siebenbrunn mit einem Eröffnungsschießen. An zwölf professionellen Ständen messen sich dort die Luftgewehr- und Luftpistolenschützen seitdem in ihrer Schießkunst.

1986 wurden im Schützenheim weitere vier Schießstände errichtet, und zwar im Dachgeschoß für das Schießen mit Zimmerstutzen auf 15 Meter Distanz. Die Schießstände können bei Bedarf auf die Schußdistanz von zehn Metern verschoben werden.

Am 15. Mai 1988 wurde bei der Vereinigten Schützengesellschaft das 100jährige Jubiläum mit Fahnenweihe im Festzelt an der Inninger Straße / Unterer Talweg begangen. Die Fahnenmutter war Hedwig Dorsch. Die Fahnenbraut war Andrea Leitenmeyr. Geweiht wurde die Fahne durch Pfarrer Karl Streitberger. Die Fahne des HMTC wurde dabei mitgeweiht.

kw_schuetzen_12Beim 100jährigen Jubiläum 1988. Bild: Karl Wahl
 kw_schuetzen_13Beim 100jährigen Jubiläum 1988. Bild: Karl Wahl
kw_schuetzen_14Beim 100jährigen Jubiläum 1988. Bild: Karl Wahl

Der Festzug war fast zwei Kilometer lang. Er war der bis dahin der größte in Haunstetten. Angeführt wurde er von den Schützen in ihrer neuen Vereinskleidung. Es beteiligten sich daran 110 Vereine und Gruppen, 15 Musikkapellen bzw. Spielmannszüge sowie Pferdekutschen und Oldtimer. Es herrschte dabei hervorragendes Wetter. Ein Festzeltbetrieb mit großem Programm rundete die Festlichkeiten ab.Nebenbei bemerkt:

Der Festplatz war erst im April 1988 fertiggestellt worden.

Zur Erinnerung an die Stadterhebung vor 50 Jahren veranstaltete die „Vereinigte Schützengesellschaft“ in der Zeit vom 14. bis 21. September 2002 ein Preisschießen im Schützenheim Siebenbrunn.

kw_schuetzen_15Die Schützenkönige der vereinigten Schützengesellschaft 2010.
v.l.n.r.; Matthias Nabrowski – Jungschützenkönig, Manfred Ergenz – Schüt-zenkönig, Jürgen David – Senioren-Schützenkönig. Bild: Karl Wahl

Zum 125jährigen Jubiläum veranstaltete die vereinigte Schützengesellschaft 1888 e.V. ein Jubiläumspreisschießen vom 25. bis 27. April 2013 und vom 2. bis 4. Mai 2013.

Das Jubiläum feiern die Schützen mit einem Festabend am 11. Mai 2013 im Festzelt beim Schützenheim in Siebenbrunn an der Siebenbrunner Straße.

Zum Festabend ist auch die Sängergesellschaft Einigkeit eingeladen. Auf ausdrücklichen Wunsch des Ehrenschützenmeisters Horst Schwarz wird dabei auch das Haunstetter Heimatlied gesungen, das seit rund zehn Jahren in Haunstetten nicht mehr vorgetragen wurde.