ARGE Haunstetten – 50 Jahre

ARGE Haunstetten 50 Jahre alt (April 2012)

(ARGE = Arbeitsgemeinschaft der Haunstetter Vereine)

(von Karl Wahl) Am 20. und 21. November 1954 war die Einweihung und Eröffnung der im 2. Weltkrieg zerstörten, nun wieder aufgebauten Turnhalle des TSV Haunstetten. Nachdem es immer wieder Reibereien unter den Vereinen wegen der Belegungstermine in der Turnhalle gegeben hatte, wurde am 6. April 1962 die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) der Haunstetter Vereine gegründet, um die Termine in der wieder aufgebauten Turnhalle zu koordinieren.

Vorgeschichte: In der ehemaligen Haunstetter Zeitung war am 20. April 1951 zu lesen: “Nachdem am 10. April im Turnerheim eine weitere Sitzung der Vorstände der Haunstetter Vereine stattgefunden hat und der Gesangverein „Einigkeit“ sowie der Schützenverein ihre Mitwirkung zusagten, sind nahezu alle Haunstetter Vereine an der Ausgestaltung der Maifeier beteiligt. Es wurde allerseits begrüßt, daß sich die Haunstetter Vereine zu einer gemeinsamen Veranstaltung zusammengefunden haben.“

Am Mittwoch, 5. Oktober 1955 fand die erste Besprechung für sämtliche Haunstetter Vereinsvorstände statt, um die Belegung der TSV-Turnhalle zu klären.

Am 6. April 1962 – also vor 50 Jahren – wurde dann die ARGE der Haunstetter Vereine gegründet, um die Belegungstermine in der wieder aufgebauten Turnhalle des TSV zu koordinieren.

Anfangs war das Interesse der Haunstetter Vereine an der Arbeitsgemeinschaft sehr gering. Am 25. Januar 1965 nahmen an einer Sitzung und Besprechung von 36 eingeladenen Vereinen nur acht teil. Das waren die Schützengesellschaft, der AMC, die Haunnarria, der TSV, der FCH, die Naturfreunde, der Heimat- und Volkstrachtenverein und die Sanitätskolonne des BRK. Wohl wegen des geringen Interesses scheint danach die ARGE wieder „eingeschlafen“ zu sein.

Am 14. August 1970 wurde die ARGE Haunstetten dann wieder aktiviert.

Am 2. Mai 1973 gehörten zur ARGE insgesamt 37 Vereine und Organisationen.

Am 1. Mai 1978 stellte die ARGE in Haunstetten den ersten Maibaum nach dem 2. Weltkrieg auf. Dieser und der Maibaum 1979 wurden beide jeweils zum schönsten Maibaum in und um Augsburg gekürt.

Die „Augsburger Allgemeine“ hatte 2007 dazu aufgerufen, den schönsten Maibaum in Augsburg zu wählen. Es kamen mehr als 1500 Stimmen zusammen. Als schönster Maibaum wurde der von Haunstetten mit etwas mehr als 600 Stimmen gewählt.

Im Dezember 1993 wurde im Alten Friedhof in der Mitte des Sammelgrabes für die Kriegsopfer eine neue Gedenkstätte für die Opfer des Bombenkrieges errichtet. Das bisherige Eiserne Kreuz wurde entfernt. Die Gedenkstätte besteht nun aus einer Vierkantsäule und einer großen, quadratischen Metalltafel, die schräg dahinter steht, so, als ob sie dort einfach abgestellt und vergessen worden wäre. Das Metall ist unbehandelt, damit der Rost die zeitliche Vergänglichkeit symbolisiert. Auf der Tafel steht: „Den Opfern des Luftkrieges 1939 – 45“.

Kommentar: Im örtlichen Volksmund wird das Mahnmal allgemein nur als „die rostige Ta­fel“ bezeichnet. Die Haunstetter Vereine würden gerne die Gedenkfeier zum Volkstrauertag im alten Friedhof veranstalten. Sie weigern sich jedoch, dies vor der „rostigen Tafel“ zu tun. Eine Feier außerhalb des Alten Friedhofs beim dort stehenden Kriegerdenkmal wird wegen der Störung des Straßenverkehrs nicht gestattet, weshalb sie seitdem an der zentralen Gedenkstätte im Neuen Friedhof veranstaltet wird.
Die ARGE stellte vor dem ehemaligen Rathaus das Haunstetter Geschichtsdenkmal auf. Geschaffen wurde es von Christian Angerbauer. Enthüllt und geweiht wurde es am 7. Oktober 2000.

kw_arge_1Das Haunstetter Geschichtsdenkmal steht beim ehemaligen Rathaus von Haunstetten in der Tattenbachstraße.
Bild. Karl Wahl

 

kw_arge_2Neben dem Geschichtsdenkmal steht eine Tafel, worauf die 16 Symbole des Denkmals erläutert sind. Die Überschrift lautet: „Haunstetter Denkmal – Von der Vorgeschichte zur Gegenwart – Künstlerische Gestaltung durch den Bildhauer Christian Angerbauer“. Dann folgen im Telegrammstil die Beschreibungen der 16 Symbole auf dem Denkmal. Auf einer kleinen Tafel darunter sind die Vereine, Firmen und Privatleute aufgeführt, die das Vorhaben unterstützt haben. Bild. Karl Wahl

Am 3. Mai 2001 versenkte die ARGE Haunstetten vor dem Haunstetter Geschichtsdenkmal eine Kupferhülse, in der die Entstehungsgeschichte und alle erschienen Presseartikel zum Denkmal sowie die Spender und Spon­­soren und eine Auswahl von gültigen Kleingeldmünzen aufbewahrt sind. Die ARGE hatte von allen Spendervereinen, Firmen und Organisationen einen Vertreter zur Versenkung der Kupferhülse eingeladen. Anschließend gingen alle ins „Alte Pfarrhaus“ (Eigentümer Walter Settele) zu einem kleinen Stehempfang und einer kleinen Führung dort. Danach hatte die Familie Settele zu einem Abendessen in das Gasthaus „Ritter St. Georg“ eingeladen.

Zur Erinnerung an die Stadterhebung vor 50 Jahren (6. September 1952) waren 2002 verschie­dene Veranstaltungen vorgesehen: Als Auftaktveranstaltung begann die ARGE Haunstetten am 28. Juli 2002 mit einer „Serenade“ im Forstbetriebshof hinter dem ehemaligen Haunstetter Rathaus. Die Idee zu einer Serenade hatte Horst Schwarz, Ehrenschützenmeister der Vereinigten Schützengesellschaft.

Der Kulturkreis Haunstetten und die ARGE Haunstetten veranstalteten am 25. Juli 2004 zum dritten Mal im Forstbetriebshof hinter dem ehemaligen Rathaus eine sogenannte Serenade. Zum ersten Mal war die Jagdhornbläsergruppe Augsburg „Horrido“ dabei.

Am Sonntag, 24. Juli 2005 fand um 18 Uhr die 4. „Serenade“ im Forstbetriebshof hinter dem ehemaligen Rathaus in Haunstetten statt. Veranstalter waren der Kulturkreis Haunstetten und die ARGE Haunstetten. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Stadträtin Jutta Goßner vom Kulturkreis und von Josef Hummel von der ARGE. Mitwirkende Vereine waren: Sängergesellschaft Einigkeit; evangelischer Posaunenchor; Jagdhornbläsergruppe Augsburg „Horrido“ mit „Fürst-Pless-Parforcehörnern“; Akkordeonduo GusGela (Gustav Beyer und Angela Geipel).

Die Tische und Bänke wurden von den Vereinen aufgestellt und von den Vereinen und den Gästen wieder aufgeräumt. Bewirtung durch die FFW Haunstetten mit Wein und Mineralwasser. Es hatten sich fast 500 Gäste eingefunden. Den Reinerlös erhielt der Kulturkreis Haunstetten.

Der Kulturkreis Haunstetten hat u.a. damit für die denkmalgeschützten Gebäude: „Mausoleum der Familie Käß“ und „Ehemaliges Rathaus Haunstetten“ je eine „Wappentafel“ aus eloxiertem Aluminium nach Augsburger Vorbild anfertigen lassen. Sie weisen auf die Geschichte hin. Die Tafeln kosteten je 1.300 €.

Angebracht hat sie unentgeltlich Josef Hummel, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Haunstetter Vereine (ARGE). Die Tafeln wurden am 24. September 2005 enthüllt.

kw_arge_3Die vom Kulturkreis Haunstetten beschaffte Tafel am Käß-Mausoleum. Bild. Karl Wahl
kw_arge_4Die vom Kulturkreis Haunstetten beschaffte Tafel am ehemaligen Rathaus von Haunstetten. Bild. Karl Wahl

Zur alljährlichen „Serenade“ am 23. Juli 2007 im Forstbetriebshof hinter dem ehemaligen Haunstetter Rathaus kamen rund 400 Besucher. Die „Serenade“ ist eigentlich keine Serenade (Abendständchen), sondern ein Unterhaltungsnachmittag, bei dem die Sängergesellschaft „Einigkeit“, die „Akkordeongruppe Haunstetten“, die Jagdhornbläsergruppe „Horrido“ aus Augsburg mit „Fürst-Pless-Parforce-hörnern“ und gelegentlich andere Sing- oder Musikgruppen auftreten. Bewirtet wird (nur mit Getränken) durch die Freiwillige Feuerwehr Haunstetten.

Der ARGE gehören im Februar 2012 insgesamt 47 Vereine und Organisationen an.