Auf den Spuren der alten Stadtbefestigung

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Wehrgang am Oblatter Wall

Auf den Spuren der alten Stadtbefestigung Augsburgs führte Frau Melanie Zobel vom Stadtmauerverein e.V. zahlreiche Interessierte des Kulturkreises Haunstetten e.V.

Bis 1866, als zu dem Datum die Festungseigenschaft Augsburgs durch König Ludwig II. aufgehoben wurde, war die Augsburger Stadtbefestigung großenteils noch erhalten gewesen. Ab diesem Zeitpunkt wurden – bis auf Teile im Nordosten der Stadt, die Mauern, Türme etc. beseitigt, um das rasche Wachstum der Stadt zu ermöglichen.

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Führerin Melanie Zobel bei der Stadtmauer beim Vincentinum

Auf ihrer Exkursion zeigte Melanie Zobel u.a. den „Hexenbrunnen“, wo der Sage nach die der Hexerei angeklagten Männer und Frauen vor der Hinrichtung noch einmal trinken durften, sowie „Lueg ins Land“. Diese ehemalige Eckbastei war infolge ihrer topographisch exponierten Lage (höchstgelegenen Punkt der Augsburger Hochterrasse 496 m ü. NN) bis ins 19. Jahrhundert strategisch von besonderer Bedeutung und deshalb stetigen baulichen Änderungen unterworfen ließ.

Weiter ging es der Stadtmauer entlang zum „Steinernen Mann“, eine aus Fundstücken zusammengesetzte Steinfigur, die an die Sage des Bäckers Konrad Hacker erinnert, der 1634/35 bei der Belagerung Augsburgs durch die kaiserlichen Truppen mit einem Brotlaib auf der Stadtmauer erschien und von einer Kanonenkugel tödlich getroffen wurde.

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An der Stadtmauer, Bildmitte Melanie Zobel

Am „Oblatterwall“, der Wallanlage nordöstlich des ehemaligen Blatternhauses (Blattern = Syphilis), endete die Führung. „Wir hoffen, dass die Stadt Augsburg“, so Kulturkreisvorsitzende Jutta Goßner, „dieses historische Erbe weiterhin pflegt und instand hält.“ (Bilder: Kulturkreis, Anette Mayr)