Augsburger Stadtwald erhält Prädikat „Erholungswald“

Bürgermeisterin Eva Weber und stellv. Forstamtsleiter Jürgen Kircher sind stolz auf das neue PEFC-Zertifikat "Erholungswald". Foto: Siegfried Kerpf/Stadt Augsburg

Bürgermeisterin Eva Weber und stellv. Forstamtsleiter Jürgen Kircher sind stolz auf das neue PEFC-Zertifikat „Erholungswald“. Foto: Siegfried Kerpf/Stadt Augsburg

Der Augsburger Stadtwald hat deutschlandweit die erste Zertifizierung als „Erholungswald“ nach den PEFC-Standards bekommen. PEFC bezeichnet ein Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen und basiert auf strengen Richtlinien für die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern. Seit 2000 ist der Augsburger Stadtwald entsprechend zertifiziert.

Seit Anfang 2015 gibt es darüber hinaus die Möglichkeit, einen Wald als „Erholungswald“ begutachten zu lassen. Zu dieser freiwilligen Überprüfung hat sich die Augsburger Forstverwaltung frühzeitig entschlossen. Dazu wurde das Erholungswaldkonzept der Forstverwaltung und dessen Umsetzung von einem Experten begutachtet. Im Ergebnis wird den Stadtwald-Förstern bescheinigt, dass sie Waldpflege weit über die gesetzlichen Vorschriften hinaus betreiben.

„Das Zertifikat ‚Erholungswald‘ ist ein großer Leistungsausweis für unsere Forstverwaltung, die dafür sorgt, dass dieser Wald parallel eine Vielzahl wichtiger Funktionen erfüllen kann“, so Zweite Bürgermeisterin Eva Weber, die als Wirtschafts- und Finanzreferentin auch für die Augsburger Forsten verantwortlich ist.

Bereits nach den gesetzlichen Vorgaben wird der Stadtwald vorbildlich gepflegt. Dazu müssen ökologische, ökonomische und soziale Belange im Sinne der Nachhaltigkeit berücksichtigt werden. Doch zum zertifizierten „Erholungswald“ gehört auch der Erholungsaspekt. „Wir Forstwirte pflegen den Wald so, dass er der ganzheitlichen Erholung dient. Jogger, Radfahrer, Reiter, Spaziergänger mit und ohne Kinderwagen, Hundebesitzer aber auch Angler, Nordic Walker und Naturforscher sollen dort ihren Bereich finden. Diese unterschiedlichen Nutzungsanforderungen müssen von der Forstverwaltung gemanagt werden, was nicht immer ganz einfach ist“, weiß Jürgen Kircher, stellvertretender Forstamtsleiter, aus Erfahrung.

Kriterien für das Konzept „Erholungswald“
Ein wichtiges Kriterium für den Erholungswald an Lech und Wertach erfüllt der Augsburger Stadtwald mit seinem 200-Kilometer langen, gut beschilderten Wegenetz. Dadruch ist – etwa im Siebentischwald – eine gezielte Lenkung von Besucher- und Nutzergruppen im Wald möglich.

Zum Augsburger Erholungswaldkonzept gehören unter anderem auch Kontrollen für die 120 Papierkörbe und 210 Ruhebänke, Verkehrssicherung, Pflege der Wege, Waldästhetik, Erhalt bizarrer Baumgestalten und ein restriktiver Umgang mit Farben zu forstlichen Kennzeichnung von Beständen.

Wichtig ist zudem die Information der Bürgerinnen und Bürger über Funktionen und Tätigkeiten im Wald. „Wir leisten uns mit dem Forstmuseum Waldpavillon bewußt ein stadteigenes Forstinformationszentrum. Im Stadtwald an Lech und Wertach werden jährlich rund vier Millionen Besucherkontakte gezählt. Daran lässt sich der Bedarf für eine solche Einrichtung hervorragend ablesen“, so Forstreferentin Eva Weber.

In seiner Bedeutung beschreibt Jürgen Kircher den „neuen „Erholungswald an Lech und Wertach als „Quell reinsten Trinkwassers für Augsburg und Umgebung. Er dient dem Schutz der sensiblen Naturgegebenheiten und der Landschaftspflege, liefert uns den kohlendioxydneutralen Rohstoff Holz, produziert Sauerstoff, dient als Naherholungsraum und ist verantwortlich für ein angenehmes Klima in der Stadt. Wir arbeiten intensiv daran, dass das auch noch lange so bleibt.“