Finanzierung für Mehrgenerationenhäuser ist gesichert

16 Millionen Euro fließen in das Aktionsprogramm des Bundes, das die Finanzierung für 450 Mehrgenerationenhäuser in Deutschland für das Jahr 2015 weiter sichert. So ist es im Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt vorgesehen. Ziel von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig ist es, mit Ländern und Kommunen eine gemeinsame Lösung für eine dauerhafte Etablierung der Mehrgenerationentreffs zu finden.

Alle Häuser, die deutschlandweit am Aktionsprogramm teilnehmen, erhalten jeweils einen Zuschuss von 40 000 Euro pro Jahr. Dreiviertel davon stammen aus Bundesmitteln und Geldern des Europäischen Sozialfons. Das restliche Viertel übernehmen Land und Kommunen.

Auch die zwölf MehrGenerationenTreffpunkte (MGT) in den Augsburger Stadtteilen wie Haunstetten (Augsburger Stern) profitieren von dieser finanziellen Sicherung. Ihr Jahresetat beträgt insgesamt 145000 Euro.

Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl, ist ebenso erfreut wie erleichtert darüber, dass die finanzielle Unsicherheit durch die Weiterfinanzierung über das Aktionsprogramm des Bundes vorerst beseitigt ist. „Wir brauchen MehrGenerationenTreffpunkte als milieu- und kulturübergreifende Orte, an denen sich Menschen aus allen Generationen in unmittelbarer Nachbarschaft begegnen können. Augsburg hat in allen Stadtteilen solche Treffs eingerichtet. Es sind Orte, wo Raum ist für Information, Wissenstransfer und Engagement. Denn es geht darum, den demografischen Herausforderungen in der Stadt zu begegnen und sie aktiv zu gestalten“, so OB Dr. Gribl.

Was das praktisch bedeutet, ist zum Beispiel zweimal monatlich beim Häkel- und Strickcafé im MGT Göggingen zu erleben, wenn sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer generationsübergreifend zum gemeinsamen Häkeln und Stricken in gemütlicher Runde treffen. „Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand mit Handarbeiten erst anfängt, oder schon weit fortgeschritten ist“, sagt Simone Lehrl, kommissarische Leiterin des Büros für Bürgerschaftliches Engagement. Sie ist verantwortlich für die Gesamtkoordination der zwölf Augsburger MGT, die dem Leiter Querschnittsaufgaben im Referat des Oberbürgermeisters zugeordnet sind.

Als weiteres gelungenes Beispiel für das Anliegen eines MGT nennt Simone Lehrl die Einrichtung im Hochfeld, das Musikprojekt Ü7U70 mit Musik, Liedern und Tanz Alt und Jung auf spielerische Weise zueinander bringt und sich kennenlernen lässt. Großen Anklang findet aber auch der Handykurs im MGT Kriegshaber bei dem Jugendliche aus dem Jugendhaus R33 den Älteren die neue Technik erklären. „Dass das beiden Seiten viel Freude macht zeigt, wie wertvoll ein MehrGenerationenTreff ist“, sagt Simone Lehrl.