Informationsveranstaltung zum Thema „Haunstetten im Wandel?“

Haunstetter Hoefe

Visualisierung der WBL

Die SPD Ortsgruppe Haunstetten lud am 21. Mai 2015 zu einer Informationsveranstaltung gemeinsam mit Herrn Hartmann, Geschäftsführer der WBL, in den Katharinensaal der Pfarrei St. Pius. Thema war die Neugestaltung des Geländes an der Inninger Straße durch die WBL.

Harald Eckart von der SPD eröffnete pünktlich um 19 Uhr die P1030853awVeranstaltung und begrüßte Herrn Hartmann sowie die 22 interessierten Bürgerinnen und Bürger. Herr Eckart stellte fest, dass die SPD die Entwicklung des Stadtteils Haunstetten äußerst aufmerksam beobachte. Seiner Meinung nach sei Haunstetten ein gutes Beispiel für das Ausbluten eines Stadtteilzentrums auf der einen Seite, auf der anderen Seite jedoch auch ein Beispiel für bürgerschaftliches Engagement. Er verwies hierbei auf die Hofackerstraße, die dank einer Intervention der Bürger nach wie vor Geschäfte für das tägliche Leben beherberge. Haunstetten befinde sich in einem stetigen Wandel, auch was die Zusammensetzung der Bürger angehe. So freute sich Herr Eckart über die neuen Studentenwohnungen der IGEWO in der Hofackerstraße. Herr Eckart merkte jedoch auch an, dass der SPD auffalle, dass vieles was versprochen wurde, (noch) nicht eingehalten wurde. So bemängelte er, dass Haunstetten zwar Bestandteil des integrierten Stadtteilprojektes sei, hier jedoch bislang die Erfolge fehlten. Auch den weiteren Ausbau der Linie 3 sprach er an, bei dem zur Zeit nichts mehr vorwärts gehe, sowie die neuen Ansiedlungen an der Inninger Straße. Für die SPD stelle sich hier auch die Frage der Lärmbelastung.

Inninger Straße, Haunstetten, 09.08.2014Dem Stadtteil Haunstetten ein neues Gesicht möchte in den nächsten Jahren die WBL durch den Abriss und Neubau ihrer Wohnblöcke an der Inninger Straße geben.

Herr Hartmann, Geschäftsführer der WBL stellte die Wohnungsbaugesellschaft kurz vor. Die WBL habe ihren Geschäftssitz seit 2003 in Stadtbergen, davor sei sie in Göggingen gewesen. Die WBL besitzt und verwaltet 4.800 Wohneinheiten im Landkreis Augsburg, davon 750 Wohnungen in Haunstetten und 180 in Inningen. Die WBL baut ständig neue Wohnungen, so seien 40 in Königsbrunn und Bobingen dazugekommen und bis Mitte 2016 kämen 41 in dem Areal an der Inninger Straße hinzu. Ihre Hauptaufgabe sehe die WBL jedoch in der Modernisierung und Erhaltung ihrer vorhandenen Wohnungen.

Herr Hartmann rechtfertigte den Abbruch der Häuser auf dem Areal an der Inninger Straße. Die Wohnungen seien in den 50er Jahren auf die Schnelle mit teilweise alten Materialien hochgezogen worden und entsprächen in keinster Form mehr einem modernen Wohnkomfort. In den Jahren 2004 und 2005 seien bereits in der Adelheidstraße neue Wohnungen errichtet worden. 15 Wohnungen davon bestünden aus einem Betreuten Wohnen der Lebenshilfe für 20 Menschen mit geistiger Behinderung.

2012 sei dann der Startschuss für die Planung des Areals Hochstiftstraße/Inninger Straße gefallen. Man habe fünf Architekten um ihre Vorschläge gebeten und sich anschließend, für ein Büro entschieden. Der neue Bebauungsplan sehe nun vor, dass das Areal sehr viel lockerer und mit vielen Grünflächen gestaltet werde. Es seien insgesamt 130 Wohnungen und zwei Tiefgaragen geplant. 2015 ist der Baubeginn für 41 Wohneinheiten sowie die erste Tiefgarage mit 49 Stellplätzen. Die Zufahrt soll über die Hochstiftstraße erfolgen.

Die zweite Tiefgarage wird in einem weiteren Bauabschnitt an der Ecke Hochstiftstraße/Afrastraße entstehen. Sie wird jedoch weniger Stellplätze haben.

Von den 41 Neubauwohnungen werden 35 Wohnungen staatlich gefördert, so dass zukünftige Mieter einen Wohnberechtigungsschein vorweisen müssen. Die sechs anderen Wohnungen werden freigefördert gebaut, d.h. für deren Vermietung wird kein Wohnberechtigungsschein benötigt. Herr Hartmann betonte, der WBL sei es wichtig, in den Wohnungen eine „gute, soziale Mischung“ hinzubekommen. Jeweils zwei Erdgeschoßwohnungen werden rollstuhlgerecht sein, alle Wohnungen sind jedoch barrierefrei und mit Aufzug. Die geplanten Häuser werden drei- und viergeschossig gebaut, haben Flachdach und eine Gasheizung. Alle Wohnungen haben Balkon oder Terrasse, die nach Süden ausgerichtet sind.

Inninger Straße, WBL - 10.05.2015Die neuen Gebäude an der Inninger Straße sollen nach Wunsch der WBL Mitte 2016 bezugsfertig ein. Der zweite Abschnitt wird die Afrastraße umfassen, der dritte das Hochhaus. Für alle drei Bauabschnitte hat die WBL einen Zeitrahmen von 10 Jahren veranschlagt.

Herr Hartmann erwähnte, dass nach Willen des Augsburger Stadtrates noch weitere Sozialwohnungen entstehen sollen. So wird die WGB in Augsburg in den nächsten Jahren weitere 600 Wohnungen bauen, die WBL im Landkreis Augsburg weitere 300.

Die Mieten in den neuen Wohnungen werden, je nach Förderung, ab 5,50€/m2 betragen. In den freigeförderten Wohnungen wird der Mietpreis, abhängig vom Einkommen des Mieters, zwischen 8,50€/m2 und 10.-€/m2 betragen. Eine 2-Zimmerwohnung wird zwischen 55 und 70 m2 groß sein. Auf die Bemerkung, die Mieten seien dann aber nicht wirklich günstig, antwortete Herr Hartmann, dass die Mieten durch die Baukosten insgesamt natürlich gestiegen seien.

Auf die Frage aus dem Publikum, ob bedacht worden sei, dass der Grundwasserspiegel in diesem Gebiet bei starkem Regen stark ansteige und ob dies bei dem Bau der Tiefgarage berücksichtigt worden sei, antwortete Herr Hartmann, dem sei dadurch Rechnung getragen worden, dass das Gelände insgesamt etwas angehoben werde. So müsse die Tiefgarage nicht so tief gebaut werden und das Problem des höheren Grundwasserspeigels sei umgangen.

Auf die Frage des Vorstandes vom Postillion Hof ob die Inninger Straße generell auf 30 km/h begrenzt werden könnte, antworteten Frau Stephan und Herr Eckart, dass ohne eine Veränderung der Straße mit Nasen keine Tempobeschränkung stattfinden könnte und dies nicht sehr wahrscheinlich sei.

Frau Schweitzer vom VDK wollte wissen, warum nur zwei Wohnungen rollstuhlgerecht gebaut würden. Herr Hartmann antwortete, dass es schwierig sei, Mieter für solche Wohnungen zu finden. Generell seien jedoch alle Wohnungen behindertengerecht und barrierefrei gebaut.

Frau Wiessner vom christlichen Verein Shalom, der sozialschwachen Menschen im Stadtgebiet Hilfe zur Selbsthilfe leistet und seit langen Jahren Mieter der WBL ist, wollte wissen, warum ihnen keine alternative Wohnung angeboten worden sei. Die WBL habe angekündigt, ihren Mietern anderweitig Wohnungen anzubieten – Shalom habe jedoch kein Angebot erhalten. Der Verein habe vorübergehend eine Unterkunft gefunden, dies sei jedoch keine Dauerlösung. Man suche dringend nach einer geeigneten Möglichkeit. Herr Eckart bat Herrn Hartmann, sich um eine Lösung für den Verein zu kümmern, da dieser eine Haunstetter Institution sei und wertvolle Arbeit für den Stadtteil leiste.

Auf die Frage, ob die Aufzüge groß genug seien, um im Notfall eine Trage zu transportieren, konnte von Herrn Hartmann so nicht beantwortet werden.

Um 19:45 Uhr beschloss Herr Eckart mit einem Dank an Herrn Hartmann die Veranstaltung. Die Besucher konnten sich anschließend noch mit den Politikern und Herrn Hartmann austauschen.