Preiswerter, schneller, leichter:

JEC Innovation Award 2009 für Premium AEROTEC

Paris, 24. März 2009. – Der neu gegründete deutsche Luftfahrt-Zulieferer Premium AEROTEC wurde mit dem JEC Innovation Award 2009 ausgezeichnet. Dieser wird jährlich anlässlich der JEC Composites Show in Paris für die besten Neuentwicklungen im Bereich Faserverbundwerkstoffe verliehen. Die international hochkarätig besetzte Jury zeichnete ein neues technologisches Verfahren aus, mit dem sich Großbauteile aus kohlefaserverstärkten Kunststoffen (CFK) für den Flugzeugbau kostengünstiger, schneller und leichter als bisher fertigen lassen. Die Preisverleihung fand heute in Paris statt.

Die Ingenieure des ehemaligen EADS-Standorts in Augsburg – seit Januar Teil und Sitz des neuen Unternehmens Premium AEROTEC – haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Großbauteile aus CFK nicht nur kostengünstiger und leichter, sondern auch rund 20 Prozent schneller als bisher produzieren lassen. Während bei herkömmlichen Bauweisen von Flugzeug-Strukturbauteilen die Längsversteifungen (‚Stringer‘) noch in einem separaten Montageprozess mit der Außenhaut (‚Skin‘) verbunden werden mussten, erfolgt die Verbindung bei diesem neu entwickelten Verfahren in nur noch einem Herstellungsschritt, bei dem die Stringer und Skin in einem integrierten Prozeß gefertigt werden (‚one shot‘). Dies spart nicht nur teure Montagezeit, sondern auch Tausende Verbinder zwischen Skin und Stringer – und damit Gewicht: Verglichen mit herkömmlichen Verfahren entfallen bei dem prämierten Bauteil etwa 3.000 Verbindungselemente.
Das rund 7×4 Meter große Bauteil ist weltweit die bisher größte in Infusionstechnik und integraler Bauweise hergestellte CFK-Flugzeugstruktur, die in einem mit Druck beaufschlagten Flugzeugrumpf zum Einsatz kommt. Es handelt sich dabei um das obere Frachttor für das Airbus-Transportflugzeug A400M.
Ermöglicht hat den Bau dieses technologischen Novums das in-house entwickelte und patentierte VAP®-Verfahren (Vacuum Assisted Process), bei dem mittels Vakuumunterstützung Harz in das Carbon-Gewebe infiltriert wird. Ein Vorteil dieser neuen Technologie: Auf teure Autoklave kann verzichtet werden; zur Aushärtung des Harzes genügt ein temperaturgesteuerter Ofen. Neben den Kostenvorteilen überzeugt diese patentierte Technik im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren auch mit kürzerer Herstellungsdauer sowie erheblicher Gewichtsreduzierung der Bauteile. Die neue Technologie überzeugte nicht nur Airbus: Neben dem Frachttor für den A400M produziert Premium AEROTEC auch die Druck-Kalotten für den B787 ‚Dreamliner‘ in VAP®Technologie.

Hans Lonsinger, Vorsitzender der Geschäftsführung (CEO) von Premium AEROTEC, kann sich vorstellen, diese Technologie auf andere Wirtschaftszweige – z. B. Verkehrstechnik, Maschinenbau oder Energietechnik – auszuweiten. „Die VAP®-Technologie ist weltweit einmalig und wird nicht nur neue Maßstäbe im Flugzeugbau setzen, sondern sich auch in anderen Wirtschaftszweigen durchsetzen.“ Das in VAP®-Technologie hergestellte Frachttor ist während der JEC Composites Show in Paris vom 24. bis 26. März im Bereich „Showcase“
zu besichtigen.

Premium AEROTEC hat mehr als 6.000 Beschäftigte und erwartet für2009 einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro. Das Kerngeschäft von Premium AEROTEC sind Entwicklung und Herstellung von Metall- und Kohlefaserverbund-Flugzeugstrukturen und die damit verbundenen Fertigungssysteme. Das Unternehmen mit Werken in Augsburg, Nordenham und Varel gehört zum EADS-Konzern. (Quelle: www.premium-aerotec.com)