Stadt informiert zum Einsatz von Laubbläsern und Lausaugern

Mit dem Beginn der Herbstzeit kommen wieder die Laubbläser und Laubsauger zum Einsatz. In Hausverwaltungen, Hausmeisterbetrieben und Gärtnereien sowie bei der Stadt Augsburg gehören diese zur Standardausrüstung. Auch kleinere Betriebe und Privatpersonen nutzen die Geräte aufgrund der überschaubaren Anschaffungskosten immer häufiger. Neben dem erwünschten Effekt des Beseitigens von Laub und Ästen sind aber auch mehrere Nachteile (Umwelt, Lärm usw.) gegenüber der traditionellen Methode des Zusammenrechens festzustellen

Die zuständigen Stellen der Stadt Augsburg setzen die Laubläser so wenig wie möglich ein. „Uns ist die Thematik natürlich sehr wohl bewusst. Um ein sauberes Erscheinungsbild der Stadt zu gewährleisten, ist uns ein kompletter Verzicht auf die Geräte leider nicht möglich. Laubbläser leisten die Arbeit nun mal viel schneller, was wiederum Kosten spart. Zudem achten wir – v.a. bei künftigen Neuanschaffungen – auf lärm- und abgasarme Geräte mit Akkubetrieb“, so Umweltreferent Reiner Erben.

Der Abfallwirtschaft- und Stadtreinigungsbetrieb hat bereits vier umweltfreundliche Akku-Laubbläser im Einsatz und wird die restlichen benzinbetriebenen Geräte in naher Zukunft ebenfalls durch Akku-Laubbläser ersetzen. Weiterhin werden alle Mitarbeiter, die die Geräte verwenden, zu einem sensiblen Umgang angehalten.

Nachteile beim Einsatz von Laubbläsern/ -saugern:

Lärm

Eine der häufigsten Beschwerden, die beim städtischen Umweltamt eingehen, richtet sich gegen den Lärm von Laubbläsern und Laubsaugern. Diese Geräte verursachen Lärmbelästigungen für die Anwohner und Passanten, die dem Lärm eines Presslufthammers gleichkommen können. Auch leisere Ausführungen stellen eine erhebliche Störung dar.

Abgasemissionen

Die Verbrennungsmotoren von Laubbläsern und Laubsaugern verursachen Abgase und tragen somit zur Luftverschmutzung bei. Hohe Schadstoffemissionen gehen insbesondere von den mit einem Zweitaktmotor ausgerüsteten Geräten aus.

Feinstaub

Laubbläser sind für den Einsatz bei trockenem Wetter gedacht. Dabei wird unweigerlich Staub aufgewirbelt. In Abhängigkeit von der Witterung und der Einsatzdauer wird die örtliche Feinstaubbelastung durch ihren Betrieb erhöht.

 

Erhöhung des Luftkeimgehaltes

Eine Untersuchung des Umweltmedizinischen Informationsdienstes (UMID) hat gezeigt, dass es beim Betrieb von Laubbläsern durch das Aufwirbeln von Blütenpollen und Mikroorganismen zu einer Erhöhung der Luftkeimgehalte in der näheren Umgebung kommen kann. Es lässt sich nur schwer abschätzen, inwieweit sich daraus ein gesundheitliches Risiko für das Bedienungspersonal der Geräte oder für Personen, die sich in der Nähe aufhalten, ergibt. Fest steht: Pollen können Allergene Eigenschaften besitzen. Mikroorganismen aus Hundekot können Krankheitserreger für Mensch und Tier sein. Das UMID empfiehlt daher, vor allem im professionellen Einsatz, Laubbläser nur mit Mundschutz zu bedienen.

Störung der Bodenfunktion

Besonders der Einsatz von Laubsaugern stört das ökologische Gleichgewicht von unbefestigten Flächen empfindlich. Laubsauger sind lebensgefährlich für Tiere. Sie entfernen nicht nur das Laub, sondern auch die in der Laubschicht lebenden Bodentiere. Kleinere Tiere wie Gliederfüßer (zum Beispiel Insekten und Spinnen), Würmer und Weichtiere bis hin zu kleinen Igeln werden von Laubsaugern eingesaugt. Eine allzu gründliche Entfernung von Blättern und Bodenpartikeln verhindert außerdem die Humusbildung durch die im Boden lebenden Mikroorganismen. Der Boden ist schlechter vor Austrocknung und Extremtemperaturen geschützt. Beim Einsatz der Geräte auf befestigten Flächen (Straßen, Wege, Plätze) sind diese Folgen wesentlich geringer.

Rücksichtsvoller und sinnvoller Einsatz:

  • Laub wenn möglich, natürlich verrotten lassen. Das fördert die Humusbildung
  • Die Geräte ausschließlich zur Laubbeseitigung verwenden
  • Einzelne Blätter wegkehren (Handkehrmaschine oder Besen)
  • Die Blätterhaufen sofort entfernen, da diese sonst durch den Wind erneut verteilt werden.
  • Nicht bei feuchtem Wetter verwenden. Der Einsatz der Geräte ist dann kaum effektiv.
  • Beim Kauf von Gartengeräten sollte möglichst auf eine lärmarme Ausführung geachtet werden.
  • Die Geräte sollen sinnvoll eingesetzt werden und nicht länger als nötig laufen. Privatwege müssen nicht unbedingt täglich gereinigt werden.

Gesetzlich geregelte Einsatzzeiten:

  • Die Augsburger Lärmschutzverordnung beschränkt den Einsatz von lauten Gartengeräten für Privatpersonen auf die Zeit zwischen 7 und 12 Uhr bzw. zwischen 14 und 20 Uhr.
  • Besonders laute Gartengeräte (Laubbläser, Laubsammler/ -sauger, Freischneider, Grastrimmer/ Graskantenschneider) sind in ihrer Betriebszeit zusätzlich durch die 32. Bundes-Immissionsschutzverordnung für Privatpersonen und Gewerbebetriebe eingeschränkt. Ausgeschlossen ist in reinen und allgemeinen Wohngebieten der Betrieb für die Zeiten zwischen 17 und 9 Uhr und 13 und 15 Uhr, sofern die Geräte nicht als geräuscharm eingestuft und mit dem Europäischen Umweltzeichen (kurz: Euroblume, Ecolabel) gekennzeichnet sind.
  • Demzufolge darf beispielsweise der Laubbläser von der Augsburger Privatperson nur zwischen 9 und 12 Uhr und zwischen 15 und 17 Uhr betrieben werden. Der Gewerbebetrieb darf den Laubbläser zur Mittagszeit eine Stunde länger, d.h. bis 13 Uhr nutzen. (Quelle: augsburg.de)