Wildpferde im Stadtwald / Landschaftspflege soll erweitert werden

Bildquelle: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Bildquelle: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf hat am Montag, 23. Februar 2015, das bayernweit einzigartige Beweidungsprojekt mit Przewalski-Pferden im Stadtwald Augsburg besucht. Durch den Einsatz der Urwald-Pferde werden die lichten Kiefernwälder, die Heimat zahlreicher gefährdeter Arten wie dem seltenen Kleinen Knabenkraut, erhalten.

Im gesamten Freistaat tragen unzählige kreative Projekte zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei. Das bekräftigte die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf beim Besuch eines bayernweit einzigartigen Beweidungsprojekts mit Przewalski-Pferden im Stadtwald Augsburg. „Das Projekt ist ein Musterbeispiel, wie Naturschutz gemeinsam mit den Menschen vor Ort und den Landwirten der Region gelingt. Die lichten Kiefernwälder im Stadtwald Augsburg sind ein Eldorado der Artenvielfalt und werden von den Wildpferden erhalten: Eine seltene Art hilft bedrohten Arten. Auch die Augsburger haben die Tiere inzwischen in ihr Herz geschlossen. In über 300 Umweltbildungsveranstaltungen wurden über 6.000 Menschen erreicht“, so Scharf. Im Augsburger Stadtwald ist neben dem seltenen Kleinen Knabenkraut oder der Feldgrille auch der weltweit größte Bestand der Sumpfgladiole mit über 400.000 Exemplaren heimisch. Durch den Rückgang der Wanderschäferei drohten die lichten Kiefernwälder jedoch zu verbuschen und die Arten zu verschwinden. Da mit den klassischen Methoden der Landschaftspflege – wie Mahd und Schafbeweidung – ein dauerhafter Schutz der lichten Kiefernwälder nicht möglich ist, wurde 2007 vom Landschaftspflegeverband Augsburg das Projekt mir 5 Przewalski-Pferden gestartet. Die Tiere tragen mit ihrem Fraß- und Wanderverhalten auf knapp 30 Hektar Fläche dazu bei, lichte Strukturen zu erhalten. Gleichzeitig sichert die Maßnahme den Bestand der Przewalski-Pferde. Weltweit gibt es nur noch 2.000 Tiere. Der Bayerische Naturschutzfonds fördert das Beweidungsprojekt Hasenheide mit knapp 160.000 Euro.

Landschaftspflege und Vertragsnaturschutz sind entscheidende Werkzeuge für den Natur- und Artenschutz in Bayern. Die 55 Landschaftspflegeverbände in Bayern setzen zwei Drittel aller geförderten Landschaftspflegemaßnahmen im Freistaat um. Scharf: „In den Landschaftspflegeverbänden gehen Naturschutz, Landwirtschaft und Behörden Hand in Hand. Das ist kooperativer Naturschutz in Reinkultur, den wir auch in Zukunft nach Kräften unterstützen werden. Unser Ziel ist ein flächendeckender Ausbau der Landschaftspflegeverbände. Denn mit ihnen gewinnen unsere Regionen.“ Das Umweltministerium stellt mit dem Landschaftspflegeprogramm jährlich 14 Millionen Euro für Maßnahmen vor Ort zur Verfügung.

Weitere Informationen unter http://www.stmuv.bayern.de/umwelt/index.htm