Bayernligamänner verlieren ihr Gastspiel

TSV-Hanball-logo„Eine Niederlage, die richtig weh tut“
Die Bayernligamänner verlieren ihr Gastspiel beim SV Anzing unnötigerweise mit 30:32 (15:12) und stehen damit schon früh in der Saison unter Druck.

Ratlosigkeit und Frust herrschte bei den Mannen um Trainer Rothfischer nach dem Schlusspfiff in Anzing. Soeben hatte man ein Spiel verloren, dass man laut Trainer Rothfischer „vom Spielverlauf her einfach nicht verlieren darf“. Die Serie gegen die „Löwen“ aus dem Münchner Landkreis ist somit erstmal dahin. Für den beruflich verhinderten Daniel Link gab in Person von Simon Hütten ein weiterer Spieler aus dem eigenen Nachwuchs seinen Debüt in Haunstettens „Erster“.

Haunstetten erwischte wieder einmal den besseren Start und zeigte in den ersten Minuten absoluten Sahne-Handball. In der Abwehr agierte man hochkonzentriert und ließ bis zur 10. Spielminute lediglich 3 Gegentore zu. Anzing hatte bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt keine Mittel um sich Wurfchancen zu erarbeiten und Haunstetten wusste die sich dadurch ergebenden Ballgewinne in Tore umzumünzen. Beim Stand von 8:3 aus Haunstetter Sicht sah sich Löwentrainer Müller dazu gezwungen seine Auszeit zu nehmen. Wie auch schon gegen Unterhaching vor einer Woche verlor der TSV danach ein wenig den Faden. In der Abwehr wurde nun nicht mehr konsequent gearbeitet und Anzing dadurch förmlich eingeladen den Rückstand aufzuholen. Erst kurz vor der Halbzeit – dank einer 3-Mann-Überzahl – übernahm der TSV wieder das Ruder und baute den Vorsprung durch zwei schnelle Tore auf 15:12 aus. Bei diesem Ergebnis wurden die Seiten gewechselt.

Auch nach Wiederanpfiff zeigte sich Haunstetten in guter Verfassung. Immer noch in Überzahl spielend stellte man beim 17:12 nach 32 Spielminuten schnell den alten 5-Tore Vorsprung wieder her. Zu diesem Zeitpunkt hatte man das ansonsten so lautstarke Publikum in der „Löwenhöhle“ zum Schweigen gebracht. Haunstetten war bis zu diesem Zeitpunkt in allen Belangen die bessere Mannschaft. Doch wie schon im 1. Durchgang schaffte man es wieder nicht den Vorsprung zu verwalten. Bedingt durch mehrere Zeitstrafen aber vor allem auch durch ein laxes Abwehrverhalten, ließ man Anzing Tor um Tor aufholen. Plötzlich erwachten auch wieder die Zuschauer, denn sie spürten, dass dieses Spiel für ihre Mannschaft auf einmal doch noch gut ausgehen könnte. In der 45. Spielminute glichen die Löwen zum ersten Mal in dieser Partie aus und bis 5 Minuten vor Schluss sollte sich ein wahrer Schlagabtausch auf Augenhöhe entwickeln. Keine der beiden Mannschaften konnte sich in diesem Zeitraum entscheidend absetzen. Das bessere Ende hatten dann aber die Gastgeber für sich. Zwei schnell aufeinanderfolgende Zeitstrafen gegen Haunstetten waren dem Ganzen einfach zu viel. Anzing nutzte die Überzahl gekonnt und ging mit 2 Toren in Führung, während der TSV diesem Rückstand letztlich nichts mehr entgegensetzen konnte. Einmal mehr belohnt man sich nicht für eine an sich passable Leistung und muss sich so schlussendlich mit einer 30:32-Niederlage abfinden. Für einen faden Beigeschmack sorgte dann noch Anzings Trainer Müller mit einer vollkommen unnötigen Auszeit 15 Sekunden vor Spielende. „Das ist in meinen Augen grob unsportlich und absolut provokant. Klar ist es sein Recht die Auszeit zu nehmen, aber wenn man so kurz vor Schluss weiß, dass man gewonnen hat, dann lässt man das Spiel eigentlich aus Anstand dem Gegner gegenüber zu Ende gehen und versucht nicht diesen auch noch zu verhöhnen. Bisher sind wir eigentlich davon ausgegangen, dass das Verhältnis zwischen Anzings Trainer Müller und dem TSV Haunstetten von gegenseitigem Respekt geprägt wäre. Dem ist scheinbar nicht so. Ich hoffe wir finden im Rückspiel die passende Antwort,“ äußerte sich ein enttäuschter Sebastian Smotzek nach dem Spiel.

„Diese Niederlage tut richtig weh. Wir waren heute über weite Strecken des Spiels in allen Belangen die tonangebende Mannschaft. Es ist vollkommen unerklärlich und inakzeptabel, dass wir Anzing zweimal nach einer 5-Tore Führung wieder ins Spiel kommen lassen und dieses am Ende dann sogar noch verlieren. Wie schon gegen Unterhaching haben wir es nicht geschafft einen Vorsprung über die Zeit zu retten, weil wir vor allem in der Abwehr aufgehört haben unsere Aufgaben zu erledigen. Wenn wir nicht schleunigst begreifen, dass ein Spiel erst nach 60 Minuten vorbei ist, dann werden wir diese Saison massive Probleme kriegen,“ so Kreisläufer Wiesners Fazit, dem Co-Trainer Zahner hinzufügte: „Solche Spiele wie heute darfst du einfach nicht verlieren. Da zählt auch das Argument, eine junge Mannschaft zu sein, nicht. Wir haben heute verloren, weil wir zu einem Zeitpunkt im Spiel siegessicher waren, als es noch überhaupt keinen Grund dafür gab. Das ärgert mich persönlich noch mehr als die zwei verschenkten Punkte, denn wir haben in unserer Situation überhaupt keinen Grund irgendeinen Gegner zu irgendeinem Zeitpunkt zu unterschätzen. Oft genug haben wir der Mannschaft gesagt, dass wir in jedem Spiel 60 Minuten lang alles aus uns rausholen müssen um zu gewinnen. Heute haben wir aufgezeigt bekommen, was passieren kann, wenn wir das nicht tun. Ich erwarte jetzt eine Reaktion der Mannschaft.“

Nach zwei Niederlagen am Stück findet sich der TSV in der noch jungen Saison auf Rang neun in der Tabelle wieder. Noch sind alle Mannschaft recht nah beisammen, doch der Schein trügt. Haunstetten steht schon im kommenden Heimspiel gehörig unter Zugzwang, will man den Anschluss an das Mittelfeld nicht frühzeitig verlieren. Mit der Reserve der SG DJK Rimpar ist kommenden Samstag eine Mannschaft zu Gast, die wie der TSV auch erst zwei Punkte auf dem Konto hat und somit einen direkten Konkurrenten darstellt. Umso mehr können die TSV-Männer dieses Spiel nutzen um Wiedergutmachung zu betreiben. Anpfiff ist dabei um 20 Uhr in der Albert-Loderer-Halle im Anschluss an das Heimspiel der Bundesliga-Damen gegen die SV Union Halle-Neustadt.

TSV: Rothfischer, Fischer (Tor); A.Horner (13/3); Schnitzlein (5); Smotzek (4/1); M.Horner, Elsinger (je 2); Wiesner, Kurtenbach, Schaudt, F.Link (je 1); Manz, Müller, Hütten