Starke Leistung wird nicht belohnt

TSV-Hanball-logoHaunstetten kann in Rosengarten lange Zeit mithalten und verliert dennoch unglücklich mit 28:30

(hv). Haarscharf an der Sensation vorbeigeschrammt sind die Zweitliga-Handballfrauen des TSV Haunstetten am Wochenende (6.5.2017) bei ihrem Gastspiel im hohen Norden: die Rot-Weißen unterlagen trotz starker Leistung beim Tabellenzweiten SG Hamburg-Rosengarten mit 28:30 (14:15) und rutschten dadurch sogar noch auf Platz 15 ab.
Die Konstellation vor den beiden Abschlussspielen in Zwickau und zu Hause gegen Lintfort sieht für Haunstetten (19 Punkte) jetzt nur noch eine Möglichkeit die Klasse zu halten: der TSV muss beide Partien für sich entscheiden, Herrenberg (14., 20) darf nur eine gewinnen und Zwickau (13., 22) muss beide verlieren. „Ein ganz kleines Licht brennt für uns noch uns so lange werden wir auch noch dafür alles geben. Der Auftritt am Samstag beweist einmal mehr zu was wir fähig sind,“ gibt sich Trainer Vornehm nach wie vor kämpferisch. Im Hamburger Vorort zeigten seine Mädels von Beginn an Charakter und ließen sich trotz des anfänglichen Sturmlaufs der Gastgeberinnen nicht abschütteln. Der 1:4-Rückstand in der siebten Minute war fünf Minuten später egalisiert (5:5) und zwang SG-Coach Birkner zur ersten Auszeit. Bis zum 11:11 (22.) bewegte man sich im Gleichschritt, ehe Haunstetten plötzlich die Nase vorn hatte (13:11). Gelungene Kombinationen führten hier immer wieder zu Durchbrüchen an den Kreis und wurden entweder sofort verwertet oder im Anschluss durch die erforderlichen Strafwürfe. Annika Schmid zeigte sich hierbei bombensicher und hatte alle fünf Siebenmeter eiskalt verwandelt. Ausgerechnet mit dem Pausenpfiff scheiterte sie allerdings an Rosengartens Mareike Vogel im sechsten Versuch. Aber der TSV ließ sich weiterhin nicht beeindrucken und war auch den kompletten zweiten Durchgang ebenbürtig. Knackpunkt war allerdings, dass die Gastgeber hier sämtliche „big points“ für sich entscheiden konnten und den Rot-Weißen auch der ein oder andere leichte Fehler unterlief. Zu allem Überfluss holte sich Sarah Irmler ausgerechnet in der hochspannenden Schlussphase beim 26:27 ihre dritte Zeitstrafe ab und diese Chance ließ sich der Tabellenzweite nicht mehr nehmen.
Da die Hanseaten ihrerseits auf den sofortigen Wiederaufstieg verzichten, kommt es auch in den oberen Regionen zu Irritationen: mit Halle-Neustadt und dem HC Rödertal haben sich lediglich zwei Vereine auf den zweiten Aufstiegsplatz beworben und diese werden als derzeit Fünfter bzw. Sechster von der HBF nicht zugelassen. „Das ist wieder ein Indiz dafür, dass das System hinten und vorne krankt. Aber gegen die längst notwendigen Reformen sträubt sich ein jeder,“ erklärt Trainer Vornehm.
TSV: Müller, Frey (Tor); Schmid (10/6), Toth (5), Horner, Duschner (je 4), Putzke (3), Irmler, Knöpfle (je 1), Drasovean, Hochmair, Jung