Kreissparkasse Augsburg

Geschichte der Kreissparkasse Augsburg, Zweigstelle Haunstetten

Karl Wahl, Heimatforscher Haunstettens

Bis 1937 bestand in Haunstetten als einziges Geldinstitut der 1899 gegründete Haunstetter Darlehenskassenverein, der später zum „Spar und Darlehenskassenverein Haunstetten“ wurde.

In der ehemaligen Haunstetter Zeitung war am 7 August 1936 zu lesen: „Bezirkssparkasse errichtet eine Filiale in Haunstetten. Wie verlautet, beabsichtigt die Bezirkssparkasse Augsburg-Land in Haunstetten eine Filiale zu errichten.“

Am 12. März 1937 wurde veröffentlicht: „Am Montag, den 15. März 1937 eröffnen wir unsere neue Zweigstelle 6 Haunstetten. Die vorläufigen Geschäftsräume befinden sich im Anwesen des Herrn Bschorer, Haunstetten, Augsburgerstraße 4 (Seitenbau), gegenüber Turnhalle, Eingang Hindenburgstraße.“ Die Augsburger Straße war die heutige Haunstetter Straße und die Landsberger Straße hieß damals Hindenburgstraße. Die Kassenstunden waren an Werktagen von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr sowie an Samstagen von 8 bis 12 Uhr. Zur Orientierung: Das Gebäude steht heute noch „im Spitz“ zwischen der Bürgermeister-Widmeier-Straße und der Landsberger Straße. Der Anbau, in dem die Filiale anfangs untergebracht war, besteht auch noch teilweise.

Haunstetter Zeitung vom 5. Mai 1937: „Das Haus [Anwesen Bschorer] erhält auf der Nordseite einen Anbau, in dem Parterre die Geschäftsräume der Bezirkssparkasse Augsburg-Land errichtet werden.“ Das ursprüngliche Gebäude wurde in der gleichen Größe nach Norden hin verlängert. Wo verlängert wurde, ist heute noch zu erkennen am Regenfallrohr und an den Veränderungen in den seitlichen Fassaden.

Die Bezirkssparkasse Augsburg-Land war ehemals die Bezirkssparkasse Zusmars­hausen. Als Bezirkssparkasse Augsburg-Land hatte sie dann ihren Hauptsitz am Martin-Luther-Platz in Augsburg und Geschäftsstellen in Dinkelscherben, Fischach, Gersthofen, Göggingen, Haunstetten, Welden und Zusmarshausen.

Am Mittwoch, 1. September 1937 wurden die neuen Geschäftsräume bezogen.

1. Januar 1938: „Das WHW-Mahnmal, das in dieser Woche auf dem Platze vor der Sparkas­se aufgestellt wurde, ist prächtig ausgefallen. Nach dem Entwurf von Herrn Architekt Settele haben die Schreinermeister des Ortes das Denkmal gebaut. Die Meister der Zimmerei und Wagnerei lieferten als Beitrag zur kostenlosen Erstellung Holz und die Meister der Farbe gaben dem Mahnmal den gefälligen Anstrich und die Beschriftung. Den WHW-Adler formte die Drechslerei Merk.“ Leider gibt es davon kein Bild.

Das „Winterhilfswerk des Deutschen Volkes“ (WHW) war in der Nazizeit eine Stiftung des öffentlichen Rechts. Es wurden (mit deutlichem Druck) Sach- und Geldspenden gesammelt, um damit bedürftige Bürger (Nazi’s) direkt oder damit die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) zu unterstützen.

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Bürgermeister Xaver Widmeier mit der Amtskette bei der Stadterhebung am 6. September 1952. Die Kette hatte die Kreissparkasse gestiftet. Bild: Karl Wahl

1952 hatte der Gemeinderat Haunstetten beschlossen, für den 1. Bürgermeister eine Amtskette anfertigen zu lassen. Grund dafür war die Erhebung der Gemeinde Haunstetten zur Stadt am  Samstag, 6. September 1952. Für die Kosten kam die Zweigstelle Haunstetten der Kreissparkasse Augsburg auf.

Haunstetten hatte sich absichtlich zu Stadt erheben lassen, um einer Eingemeindung nach Augsburg zu entgehen, was leider nur bis zur bayerischen Gebietsreform von 1972 so blieb. Die Gebietsreform wurde initiiert durch den damaligen bayerischen Staatsminister des Innern, Bruno Merk. 1972 wurde Haunstetten deshalb nach Augs-burg eingemeindet.

Am Donnerstag 19. Juli 1956 eröffnet die Kreissparkasse in Haunstetten um 8 Uhr ihre neue Zweigstelle an der Landsberger Straße 56 (Süd-Ost-Ecke Hofgarten- und Landsberger Straße). Die Schlüsselübergabe erfolgte mit der Eröffnung des daneben stehenden neuen Postamtes am Tag zuvor.

Am Montag, 12. Dezember 1963 eröffnete die Kreissparkasse Augsburg neue Geschäftsräume in der Lands­berger Straße 42 (Nord-Ost-Ecke Hofacker- und Landsberger Straße). Gleichzeitig wurde der erste Auto­schalter im Landkreis Augsburg eröffnet.

Zu ihrem 50jährigen Jubiläum bekam die Sanitätskolonne Haunstetten einen neuen SanKa von der Kreissparkasse Haunstetten geschenkt. Er wurde am Samstag,13. Juni 1970 offiziell an die Sanitätskolonne übergeben.

Die Bank breitete sich in Haunstetten weiter aus und eröffnete am 30. Juli 1970 eine Zweigstelle in der Leisenmahd 1, sowie 1974 eine Zweigstelle in der Dr.-Troeltsch-Straße.

1983 ließ die Kreissparkasse in Haunstetten einen Geldautomaten und 1985 einen Kontoauszugsdrucker aufstellen.

1987 stand ein Umbau der Geschäftsräume an, weil die innere Aufteilung nicht mehr zeitgemäß war und den veränderten Ansprüchen auch nicht mehr genügte.

Dazu wurden am 9. Juni 1987 fünf Container zu einem großen, langen Container zusammenmontiert und auf dem heutigen, kleinen Parkplatz vor dem Gebäude aufgestellt. Darin wurde während des Umbaues der Geschäftsbetrieb weitergeführt.

Die Kreissparkasse Haunstetten wurde nach dem Umbau wieder eröffnet mit einer Eröffnungsfeier vom 26. bis 30. Oktober 1987, gleichzeitig mit dem Weltspartag.

Der Weltspartag findet alljährlich an einem Tag in der letzten Oktoberwoche statt. Dieser Tag wurde auf dem 1. Internationalen Sparkassenkongress (Weltvereinigung der Sparkassen) im Oktober 1924 in Mailand von Vertretern aus 29 Ländern beschlossen, um den Gedanken des Sparens weltweit im Bewusstsein zu halten und auf die Bedeutung für die Volkswirtschaft und den Einzelnen hinzuweisen. Der erste Weltspartag wurde von den europäischen Sparkassen am 31. Oktober 1925 begangen.

Im Frühjahr 1993 wurde der Autoschalter geschlossen.

Zur Erinnerung an die Stadterhebung vor 50 Jahren veranstaltete der Kulturkreis Haunstetten vom 26. November  bis 6. Dezember 2002 eine Bilderausstellung mit Haunstetter Motiven in der Kreisparkasse Haunstetten an der Landsberger Straße.

Die Kreissparkasse schloss zum 31. Dezember 2009 ihre beiden Zweigstellen in Haunstetten, und zwar in der Leisenmahd und in der Dr. Troeltsch-Straße.

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Die Kreissparkasse an der urspünglichen Stätte im „Spitz“ zwischen der Bürgermeister-Widmeier-Straße und der Landsberger Straße. Die Aufnahme entstand zwischen dem Ende des zweiten Weltkrieges und 1952, wie das Verkehrs-Warnschild „Schule“ beweist. Im Wirtschaftsgebäude des TSV Haunstetten waren im 1. Obergeschoß und im 2. Obergeschoß je zwei Schulräume eingerichtet, bis die Fröbelschule im Septem-er 1952 eröffnet wurde. Bild: Karl Wahl

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Der Plan von 1937 belegt den Anbau am Haus Bschorer zur Landsberger Straße hin wie auch die Verlängerung des Gebäudes nach Norden. Bild: Karl Wahl

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Am Regenfallrohr wie an der Fassade erkennt man deutlich, wo das Haus 1937 verlängert wurde. Bild: Karl Wahl

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Der Hauptteil der Amtskette. Bild Karl Wahl Mit diesem Teil der Amtskette wird das Haunstetter Handwerk symbolisiert. Bild Karl Wahl Mit diesem Teil der Amtskette wird die Haunstetter Landwitschaft symbolisiert. Bild Karl Wahl
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Mit diesem Teil der Amtskette wird die Haunstetter Textilwirtschaft (Weberschiffchen) symbolisiert. Bild Karl Wahl Mit diesem Teil der Amtskette wird symbolisiert, dass einst durch Haunstetten die römische Via Claudia Augusta führte. Bild Karl Wahl
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Die neu erbaute Geschäftsstelle an der Nord-Ost-Ecke Landsberger-Hofackerstraße, bis zum Umbau 1987. Bild: Karl Wahl

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13: Mit dem Bezug der neu erbauten Geschäftsstelle Ende 1963 wurde der erste Autoschalter im Landkreis Augsburg eröffnet (geschlossen im Frühjahr 1993). Bild Karl Wahl 14: Mit dem Bezug der neu erbauten Geschäftsstelle Ende 1963 wurde der erste Autoschalter im Landkreis Augsburg eröffnet (geschlossen im Frühjahr 1993). Bild Karl Wahl 15: Die Filiale an der Leisenmahd, neben St. Albert, bestand von 1970 bis Jahresende 2009. Bild Karl Wahl
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16: Die Filiale an der Leisenmahd, neben St. Albert, bestand von 1970 bis Jahresende 2009. Bild Karl Wahl 17: Die Filiale an der Leisenmahd, neben St. Albert, bestand von 1970 bis Jahresende 2009. Bild Karl Wahl 18: Die Filiale an der Dr.-Troeltsch-Straße bestand von 1974 bis Jahresende 2009. Bild Karl Wahl
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19: Die Filiale an der Dr.-Troeltsch-Straße bestand von 1974 bis Jahresende 2009. Bild Karl Wahl 20: Die Filiale an der Dr.-Troeltsch-Straße bestand von 1974 bis Jahresende 2009. Bild Karl Wahl 21: Die Filiale an der Dr.-Troeltsch-Straße bestand von 1974 bis Jahresende 2009. Bild Karl Wahl
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22: Zum Umbau 1987 wurde ein langer Container zusammen- und aufgestellt, worin der Geschäftsbetrieb weitergeführt wurde. Bild Karl Wahl 23: Zum Umbau 1987 wurde ein langer Container zusammen- und aufgestellt, worin der Geschäftsbetrieb weitergeführt wurde. Bild Karl Wahl 24. Zum Umbau 1987 wurde ein langer Container zusammen- und aufgestellt, worin der Geschäftsbetrieb weitergeführt wurde. Bild Karl Wahl